Fallgespräche ("Kinderbesprechungen")

Verfahrensbeschreibung

Qualitätssicherung

Bezüglich der Qualitätssicherung, im Prozess des pädagogischen Handelns, sind Fallgespräche/ Kinderbesprechungen der wesentlichste Bestandteil dieser Absicherung/ Vergewisserung.

Häufigkeit/Teilnehmer

 Fallgespräche müssen mindestens vor jeder Hilfeplanung einmal geführt werden. An diesen Gesprächen sind alle Mitarbeiter/innen zu beteiligen, die mit dem Kind unmittelbar zu tun haben, also fallzuständig sind. Gäste (z.B. Lehrer/in, Therapeut/in, Psychologe/in, Supervisor/in, u.a.) können bei Bedarf hinzugezogen werden. Verantwortlich für das Fallgespräch ist die Leitung des Hauses.

 Neben dem Mindeststandard, nämlich ein Gespräch vor einer Hilfeplanung, muss ein Fallgespräch auch noch stattfinden, wenn es besondere Schwierigkeiten gibt, der Betreuungsverlauf in eine andere Richtung steuert, vereinbarte Ziele nicht mehr eingehalten werden können.

 Wenn keine abschließende Hilfeplanung im Zusammenhang einer Entlassung erfolgt, soll ein abschließendes Fallgespräch erfolgen. Hier soll eine Bewertung des gesamten Verlaufes stattfinden, ein Abgleich zwischen den vereinbarten und den tatsächlich erreichten Zielen soll geschehen. Dieser Abgleich soll qualitativ bewertet werden (nicht im Sinne einer Rechtfertigung). Die Bewertung soll Lernerfahrungen ermöglichen und künftige Prozesse durch besseres Verstehen aufwerten.

Dokumentation

Jedes Fallgespräch ist zu protokollieren. Das Protokoll wird in der Betreutenakte verwahrt; es ist nur für den internen Gebrauch bestimmt. Die Ergebnisse haben Einfluss auf die Hilfeplanung und auf den jeweiligen Entwicklungsbericht.

Grundlagen

Grundlagen für ein Fallgespräch sind die Beobachtungen und ist der jeweilige Eindruck der fallzuständigen Erwachsenen, weiterhin das Betreuungsbuch, das Protokoll des letzten Fallgespräches, das Protokoll der Hilfeplanung und zu guter Letzt die Checkliste für Fallgespräche.

Funktion

Das Fallgespräch dient dem Fallverstehen, der Operationalisierung der im Hilfeplan vereinbarten Ziele, es soll die Fein- und die Grobziele mit dem jeweils aktuellen Entwicklungsstand vergleichen und die Ziele möglicherweise neu formulieren oder die Entwicklungshilfen so verändern, dass die Ziele erreicht werden können. Damit dient es in jedem Fall der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung des pädagogischen Prozesses.